Hohenlohe-Franken

Museum Synagoge Obersulm-Affaltrach 

OBERSULM-AFFALTRACH

Kontaktadresse: Martin Ritter

74182 Obersulm-Affaltrach, Dorfbergstr. 15

Telefon: 0 71 30 / 64 78

Informationen: Gemeinde Obersulm    74182 0bersulm, Bernhardstraße 1
Telefon: 071 30/28-215 Fax: 071 30/28-199
Internet: www.obersulm.de 
e-mail:  gemeinde@obersulm.de
Öffnungszeiten:

Mitte März bis 9. November, Mittwoch und Sonntag von 15.00 bis 17.00 Uhr. Gruppen nach Vereinbarung Sonderführungen ganzjährig.

Geschichte:

Die Synagoge wurde am 28. November 1851 mit einem Festprogramm von der ganzen Gemeinde Affaltrach sowie zahlreichen Gästen aus dem kirchlichen und öffentlichen Leben eingeweiht. Sie ist eine der wenigen Synagogen, die alle Räume, die für das kultische wie das tägliche Leben einer jüdischen Gemeinde wichtig sind, in einem Gebäude vereinte: Gottesdienstraum, Schulzimmer, Sitzungszimmer, rituelles Tauchbad und Lehrerwohnung.
In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Einrichtung des Betsaales geschändet und weitgehend zerstört, das Gebäude selbst blieb erhalten.
Heute gehört das Gebäude dem Landkreis Heilbronn. Er hat das zweckentfremdete Haus 1986 von der Gemeinde Obersulm übernommen, vor dem Verfall bewahrt und nach den alten Plänen wiederhergestellt. Der Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e. V. hatte den Anstoß zur Rettung des Gebäudes gegeben und ist für die Bildungsarbeit und die Veranstaltungen im Museum verantwortlich. Die Betreuungskosten für den laufenden Unterhalt trägt die Gemeinde Obersulm.

Präsentation:

In fünf Räumen wird anhand von Reproduktionen von Texten, Urkunden und bildlichen Darstellungen sowie Schautafeln und einigen Kult- und Alltagsgegenständen die jüdische Geschichte in Kreis und Stadt Heilbronn nachgezeichnet:
Verfolgung und Ausweisung der Juden aus Heilbronn im Mittelalter;  Beispiele für Judenordnung und Schutzbriefe; Rechtliche Gleichstellung der Juden im 19. Jahrhundert; Systematische Verfolgung und Vernichtung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus; Würdigung jüdischer Persönlichkeiten unserer Heimat.
Wechsel- und Sonderausstellungen vertiefen einzelne Themenbereiche.
Im einstigen Betsaal werden Kultgegenstände und Schautafeln zu folgenden Themen gezeigt:
Feste im Judentum; Sabbat und Gottesdienst; Religiöses Leben in der Familie.
Im Untergeschoss befindet sich das rituelle Tauchbad (Mikwe), im ehemaligen Sitzungszimmer im Erdgeschoss eine Bücherei mit einer Lese-Ecke und im ersten Stockwerk eine koschere Küche.



Der Verein zur Erhaltung der Synagoge Affaltrach e.V. wurde am 3. Mai 1985 mit dem Ziel gegründet, die ehemalige Synagoge wieder einer würdigen und sinnvollen Nutzung zuzuführen. Am 9. November 1988 konnte der Landkreis Heilbronn das renovierte Gebäude, im Mai 1989 das Museum in der Synagoge der Öffentlichkeit übergeben.
Um die Förderung deutsch-jüdischer Beziehungen zu pflegen, insbesondere mit ehemaligen jüdischen Bürgern Heilbronns und deren Nachkommen, wurde im Jahre 1988 der „Deutsch-Jüdische Freundeskreis Heilbronn e.V." gegründet.
Beide Vereine haben sich mit Wirkung vom 1. Januar 1996 zusammengeschlossen. Die Ziele beider Vereine wurden zusammengefasst. Der neue Verein trägt jetzt den Namen „Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e.V."
Quellen: Gemeindeverwaltung Obersulm; Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e. V., Prospekt.

 
Jüdischer Friedhof

Auf dem Friedhof außerhalb Affaltrachs (Nordwesthang des Salzberges) wurden seit der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts bis Januar 1941 über 700 jüdische Mitbürger aus Affaltrach und den jüdischen Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung bestattet. Die letzten Beerdigungen fanden von Januar bis August 1942 statt. In dieser Zeit starben 12 Insassen des sog. jüdischen Altersheims, das von den Nationalsozialisten im Eschenauer Schloss zwangsweise eingerichtet worden war. Eine Dokumentation mit ausgewählten Grabsteinen wurde 1995, eine Volldokumentation dieses Friedhofs mit über 600 Grabsteinen 1998 erstellt.
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