Hohenlohe-Franken

Stadtbefestigung 

Schäferskirche

ROTHENBURG OB DER TAUBER

Kultur- und Verkehramt, Marktplatz 1, 91541 Rothenburg o.d.T., 

Telefon 0 98 61 / 4 04 - 92.

Öffnungszeiten:

März bis Oktober 10.00 bis 12.00 Uhr, 14.00 bis 18.00 Uhr.

Geschichte:

Wie in kaum einer anderen deutschen Stadt blieb in Rothenburg die alte Stadtbefestigung fast unversehrt erhalten, die noch heute - durch einen Rundgang auf dem Wehrgang - das eindrucksvolle Bild von der Wehrhaftigkeit einer Reichsstadt zu vermitteln vermag. Zu den Resten der ältesten Befestigung des inneren Stadtgebietes gehören der Weiße Turm und der Markusturm mit Röderbogen (12. Jh.). 
Die Ausdehnung des Stadtgebietes erforderte eine Erweiterung der Stadtbefestigung (Ende 14. Jh.). Dazu gehörten fünf  Torburgen, von denen das Klingentor, das Rödertor und die Spitalbastei fast vollständig erhalten sind. 
Eines der eindrucksvollsten Beispiele für die Wehrhaftigkeit ist im Klingentor die in die Stadtmauer einbezogene Schäferskirche St. Wolfgang
Als Schutz für die Spitalvorstadt mit Spital, Hegereiterhaus und Spitalkirche entstand vor dem Spitalturm die stärkste Torburg mit sieben Toren hintereinander und einer Bastei, die zwei Zwinger umschloß, auf deren Geschützboden schwere Kaliber aufgestellt wurden. An den Erbauer Leonhard Weidmann erinnert dessen Signatur am Schlußstein des Torbogens (1586). Das Rödertor im Osten der Stadt, dessen Turm besteigbar ist, wurde im 17. Jh. durch eine äußere Bastei mit Vortor und zwei runden Türmen verstärkt. Weitere Verteidigungsanlagen waren das Würzburger Tor, das Burgtor, heute Eingang zum Burggarten, ferner gegen Süden das Kobolzeller Tor, gleichfalls mit Zwinger und einem Auslug, ĄTeufelskanzel" genannt, der überleitet zum Siebersturm am Plönlein, einem der idyllischsten Plätze der Stadt.

Präsentation:

Auf einem Betplatz vor dem Klingentor verehrte die Schäferbruderschaft im Mittelalter den heiligen Wolfgang, den Beschützer der Herden. 1475 bis 1492 wurde dort eine kleine, reizvolle Kirche als Wehrkirche errichtet, die sich heute noch in ihrer einmaligen und unveränderten Gestalt zeigt. 
Von außerhalb des Tores präsentiert sich die Schäferskirche St. Wolfgang als trutziges Befestigungswerk mit starken Mauern und Schießscharten. Dahinter verbergen sich Kasematten, Verlies und Geschützboden. Die doppelte Funktion der Kirche ist zu erkennen, wenn man in die unterirdischen Kasematten hinabsteigt, von diesen über eine Wendeltreppe auf den Wehrgang im Dachgeschoß hinauf, um von dort über den Geschützboden auf die Stadtmauer zu gelangen.

Das Innere der Kirche hat ein kunstvolles spätgotisches Netzgewölbe und drei Altäre aus der Zeit um 1500 Altäre vorzuweisen. Im Wolfgangsaltar (Hochaltar) befinden sich die Holzfiguren St. Sebastian, St. Wolfgang und St. Rochus sowie Darstellungen der Wolfgangslegende. Der Wendelinsaltar zeigt Darstellungen des St. Wendelin, des St. Martin, des hl. Kaisers Heinrich II. und des hl. Nikolaus. Im Marienaltar werden ebenfalls die Legende des hl. Kaisers Heinrich II. und des hl. Nikolaus dargestellt. 

Im mittelalterlichen Rothenburg waren die Schäferei und der Wollhandel von großer Bedeutung. Die Schäfer hatten sich zu einer Schäferbruderschaft zusammengeschlossen.
Den Namen "Schäferskirche" erhielt sie, weil die Mitglieder der Schäferbruderschaft alljählich am Dienstag nach Bartholomäi hier ihren Festgottesdienst gehalten haben. Nach dem Gottesdienst zogen die Schäfer zu Speis, Trank und Tanz in das "Lambswirtshaus" am Marktplatz. Den Brauch des Schäfertanzes ließ man 1911 wieder aufleben. Seither wird der Tanz alljährlich mehrmals auf dem historischen Marktplatz aufgeführt. 1986 wurde im Torhaus der Schäferskirche das Schäfertanzkabinett eröffnet. Es zeigt Ausstellungsstücke zur Schäferei und zu historischen Schäfertanz in Rothenburg ob der Tauber.

Quellen: Stadtverwaltung Rothenburg/Tauber; Prospekt.


 

 

 

 

 

 


 
 
 
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